Die „Omas gegen Rechts Bühl/Achern“ waren hochzufrieden. Mit fast 100 Teilnehmenden war das Atelier der Illenau-WerkstäGen in Achern voll. Zu Gast war José F. A. Oliver, Lyriker und Essayist aus Hausach. MoGo des Abends: „Heimat – mehr als ein W:ort“. Oliver, als Kind spanischer Gastarbeiter in Hausach geboren, las er aus seiner „Heimat- Trilogie“, drei Essaybänden mit Erinnerungen und Reflexionen, und bewies eindrucksvoll, wie kunstvoll er nicht nur mit der deutschen Hochsprache sondern auch mit dem Alemannischen umgeht.
Auf Olivers Lesung folgten Gespräche mit einer Moderatorin der „Omas“. Dabei erzählte ein spürbar gut gelaunter Autor Anekdoten aus seinem Leben. Besonders amüsant fanden viele seine Schilderung der in den sechziger Jahren noch tagelangen Autofahrten zu den Großeltern nach Málaga, inklusive Übernachtung im Auto an AutobahnraststäGen. Oliver gab zu, heute noch an manchen Sommerabenden an einen Rastplatz zu fahren, um sich dort in seinem geparkten Auto „zurückzuträumen“ in diese andere Welt.
Der Autor ließ das Publikum aber auch an sehr ernsthaften Gedanken teilnehmen. Sein Engagement für die Förderung der Sprachsensibilität bei jungen Menschen fand viel Aufmerksamkeit, ebenso seine Äußerungen zur gesellschaftspolitischen Lage. Auch er als Spanier sei bereits von extrem-rechter Seite aufgefordert worden, seine „Koffer zu packen“, erzählte Oliver . Er verwies auch auf eine gewisse Verrohung der Sprache durch Wiederholung eigentlich unsagbarer Worte und warnte vor deren gedankenloser Übernahme.
Anschließend wurden noch viele Gedanken in informellen Gesprächen bei Getränken und von den „Omas“ zubereiteten Kleinigkeiten vertieft.




