Von Baum-Challenge bis Demokratie-Quiz

Ein Blumenbeet vor einem Altenheim wird zum Symbol für Demokratie: Warum die Halterner Omas gegen Rechts“ weit mehr tun als demonstrieren.

Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Pflegeeinsatz aussieht, ist für die Halterner Gruppe „OMAS GEGEN RECHTS“ weit mehr als Gartenarbeit. Das Staudenbeet vor dem Seniorenzentrum Kahrstege ist zu ihrem Symbol geworden: für Klimaschutz, Nachbarschaft und Demokratie. Die Kapuzinerkresse blüht leuchtend orange, zwischen den Stauden wächst eine junge Baum-Hasel in den Himmel.

„Man fragt sich vielleicht: Warum pflanzen jetzt die Omas ein Beet? Wir wollen für die jüngeren Generationen etwas tun – für die Zukunft, beim Klimaschutz und vor allen Dingen auch in Sachen Demokratie“ sagt Ulrike Doebler.

Die Idee entstand im Rahmen der Halterner Baum-Challenge. Statt mitten im Sommer einen Baum zu pflanzen, wartete die Gruppe auf den richtigen Zeitpunkt. Aus einem trostlosen Fleck mit abgestorbenem Baum entstand mit Unterstützung des städtischen Baubetriebshofs und der Firma Venhoff ein neues Staudenbeet mit einer klimaresistenten Baum-Hasel. Die Pflanzen stammen fast ausschließlich aus den heimischen Gärten der Mitglieder. Das Beet lebt inzwischen von gemeinschaftlichem Engagement.

Mitglieder übernehmen die Pflege im Wechsel, das Seniorenzentrum stellt Gießwasser bereit, Bewohner helfen beim Bewässern oder räumen den Schlauch weg. „Die Nachbarschaft ist begeistert“ erzählt Doebler. „Die verwöhnen uns sogar mit Eis, wenn wir hier arbeiten.“

Gartenarbeit ist nur ein kleiner Teil dessen, was die Gruppe bewegt. In den vergangenen Monaten sammelten die „Omas gegen Rechts“ Unterschriften für den NRW-Appell zum AfD-Verbotsprüfverfahren, organisierten einen gut besuchten Vortragsabend zu den Chancen und Risiken eines AfD-Verbots.

Am „Tag des Grundgesetzes“ gab es ein Demokratie-Quiz auf dem Marktplatz. Ganz bewusst wird das Gespräch mit Bürgern gesucht- auch wenn es kontrovers wird. „Wir sind im öffentlichen Raum sichtbar und positionieren uns. Deshalb gehen wir auch gerne ins Gespräch“, sagt Reinhild Benfer. Viele Diskussionen entstünden aus Vorurteilen oder Unwissen, welche wir bestenfalls aufklären und entkräften möchten. 

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