Anna Ohnweiler, Initiatorin der OMASGEGENRECHTS in Deutschland schreibt:

„Auch vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine, ist und bleibt für uns der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg.

Vor zwei Jahren forderte die Auschwitz-Überlebende und inzwischen verstorbene Esther Bejarano: „Der 8. Mai muss ein Feiertag werden!

Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig, seit sieben Jahrzehnten.

Am 8. Mai wäre dann Gelegenheit, über die großen Hoffnungen der Menschheit und das Versprechen: „Nie wieder Krieg“ nachzudenken.

Auch wenn der Aggressor Putin diese Hoffnung am 24. Februar 2022 in der Ukraine beerdigt hat, dürfen wir nicht zulassen, dass sich Hoffnungslosigkeit ausbreitet.

Es muss für uns wie ein Weckruf sein, damit wir begreifen, dass auch der Frieden immer und immer wieder beschützt werden muss. Wir sind alle dafür verantwortlich.

Wir die Omas sind Kriegs- und Nachkriegskinder und haben noch eigene Erinnerungen an den 2. Weltkrieg oder leben mit den Erinnerungen unserer zum Teil durch den Krieg traumatisierten Eltern.

Aufgewachsen sind wir vor oder hinter dem Eisernen Vorhang in der Zeit des Kalten Krieges und haben uns als OMAS GEGEN RECHTS in Deutschland zusammengefunden, als es wieder Tendenzen gab, dass die Gesellschaft in eine Schieflage gerät, da Rechtsextremismus sich seinen Weg in die Mitte der Gesellschaft bahnte.

Den Krieg haben wir damals noch nicht erahnt. Der ist aber so nahe gerückt, dass wir um die Zukunft unserer Enkel bangen.

Als OMAS GEGEN RECHTS können wir nicht gleichgültig zusehen, wie wieder die Würde der Menschen mit Füßen getreten wird, dass Menschenleben nichts mehr wert ist und Kinder wieder das Gleiche erleben, was wir schon erlebt haben.

In unseren Gedenkveranstaltungen am 8. Mai treten wir auf: für Frieden und gegen jedes Verbrechen, welches an der Menschlichkeit verübt wird, egal wo das stattfindet.

Kriege zerstören, was die Menschheit dringend braucht:

  • Nahrung für alle Menschen dieser Erde,
  • saubere Luft und sauberes Wasser,
  • medizinische Versorgung,
  • Bildung und Ausbildung,
  • Ressourcen, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen,
  • Ressourcen, um gegen jede Form der Ausgrenzung vorzugehen u.a.

Die Würde des Menschen ist unantastbar und das kann nur im Frieden gewährleistet werden.