Anna Ohnweiler: Heute hatte eine Partei aus der rechten Szene, mit einer Stärke von 50 Personen versucht nach MAINZ zu gelangen.

Etwa 2.000 Gegendemonstranten eines Bündnisses von mehreren Organisationen gegen Rechtsextremismus, welchen sich auch die OMAS GEGEN RECHTS Mainz
angeschlossen hatten, verhinderten, dass die NSP Mainz erreichen konnten. Für die NSP war schon in Momsen die Reise zu Ende.
Die Mainzer OGR hatten Unterstützung von den OGR aus Frankfurt am Main, Wiesbaden, Gießen und einer Oma aus Nagold.
Erfreulicherweise waren auch Vertreter der Grünen, SPD und FDP dabei. Die CDU hatte eine Beteiligung abgelehnt.
Jetzt könnte man fragen: Weshalb soviel Aufwand für etwa 50 Rechtsextreme einer Kleinstpartei? NS Partei!!!
Es erschließt sich einem dann, wenn man einen Blick auf deren Website wirft.
Dieser Partei haben die Mainzer gemeinsam gezeigt, dass in ihrer Stadt kein Platz für Nazis ist.

REDE von OMA GABRIELE
Liebe Antifaschist*innen
Wir Omas gegen Rechts gehören zur Generation derer, die im Nationalsozialismus oder in den Jahren danach geboren sind.
Wir hatten Eltern und Großeltern, die vom Faschismus und Krieg traumatisiert waren und oftmals über diese schlimmsten Ereignisse der deutschen Geschichte nicht sprechen konnten – oder auch wollten.
Wir kannten Opfer, Täterinnen und Mitläuferinnen. In unserer Kindheit und Jugend waren wir noch stark mit nationalsozialistischem Gedankengut konfrontiert.
Aber: Unsere Generation konnte eine Zeit erleben, in der es gelungen ist, den nach 1945 noch vorhandene oder wieder aufkommende Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus immer wieder zurückzudrängen und nicht groß werden zu lassen.
Und wir möchten, dass auch unsere Kinder und Enkel*innen die Brutalität einer nationalistischen und faschistischen Diktatur niemals erfahren müssen.
Dass wir nun erleben, wie sich geschichtliche Ereignisse wiederholen, dass aus dem „Nie wieder“ ein „Immer wieder“ wird, macht Angst und erfüllt uns mit Sorge.
Hass, Hetze, Drohungen gegen Andersdenkende, gegen Menschen mit anderer Kultur, Religion, sexueller Identität können wieder offen verbreitet werden und sind mit der AfD sogar in den Parlamenten angekommen.
Es ist bitter zu sehen, dass rechte Parteien demokratische Rechte nutzen können, um die Demokratie zu zerstören.
Immer wieder können rechtsradikale und faschistische Parteien öffentlich auftreten und leider werden sie dabei von Gerichten und Behörden nicht gestoppt.
Ingelheim, Bingen, Alzey sind Orte in Rheinland-Pfalz in denen in den letzten Wochen und Monaten wiederholt Aufmärsche und/oder Gedenkveranstaltungen an Nazis wie z.B. Rudolf Heß stattgefunden haben. Im Mai konnten Querdenker, Reichsbürger und Nazis das Hambacher Bürgerfest stören, wurden Vertreter*innen der Gedenkstätte für NS-Opfer und des „Bündnisses gegen Rechts“ aufgefordert, ihre Stände abzubauen und ihre Transparente einzurollen, damit die Rechten!!! sich nicht provoziert fühlen. –
Und heute versucht die extrem rechte und gewaltbereite, vor Aggression strotzende „Neue Stärke Partei“ auch in Mainz Fuß zu fassen.
Eine Partei, die offen völkisch / nationalistisch ist, die bewusst „NS“ im Namen trägt. Eine Partei, die gegen alles ist wofür wir stehen: Solidarität, Vielfalt, Unantastbarkeit der Würde aller Menschen, Autonomie, Gleichberechtigung, …
Es macht uns zornig zu sehen, dass wieder rechte Parolen gebrüllt, Nazisymbole offen gezeigt werden können, dass Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Ihrer Haltung angegriffen und/oder kaltblütig ermordet werden.
Wir wehren uns daher gegen eine Verharmlosung der faschistischen Gefahr und kritisieren Untätigkeit und Zögerlichkeit von Behörden bei der Aufklärung und Verfolgung rechter Gewalttaten.
NEIN, es sind nicht nur ein paar Hansel, die man nicht ernst nehmen muss!
NEIN, man kann die Auftritte von rechtsextremen Gruppen nicht dulden auch dann nicht, wenn sie „nur“ in kleinen Gruppen oder Grüppchen marschieren!
Nazis und andere Rechtsradikale sind eine Bedrohung unserer Gesellschaft.
Sie benutzen die derzeitigen Krisen und die damit einhergehenden Ängste und Sorgen der Menschen, um Ihr rückwärts gewandtes, borniertes Gedankengut zu verbreiten. Ihre Antworten auf die bestehenden Krisen sind Demagogie, ihre Ziele münden in Unterdrückung, Verfolgung, Terror und Gewalt.
Das müssen wir verhindern und das können wir verhindern – in dem wir zusammenstehen – unabhängig von Alter, Herkunft, Hautfarbe, Religion, unabhängig davon, mit welcher demokratischen Partei wir sympathisieren.

Daher:
Stellen wir uns Ihnen in den Weg !!!
Geben wir Nazis keinen Raum !!! – Nicht auf unseren Straßen, nicht auf unseren Plätzen, nicht in unserem Leben.