In diesem Jahr sind wir, die Detmolder OMAS GEGEN RECHTS, mit dem Felix-Fechenbach-Preis ausgezeichnet worden, der in Detmold alle zwei Jahre für gesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus vergeben wird.

21.09.2022 Kreis Lippe
Seniorinnen erheben ihre Stimme
Die Detmolder Regionalgruppe der Initiative „Omas gegen Rechts“ ist für ihren Einsatz gegen Rassismus mit dem Felix-Fechenbach-Preis ausgezeichnet worden.
Sie wenden sich unermüdlich gegen jede Form von
Antisemitismus, Rassismus,Frauenfeindlichkeit und Faschismus. Sie organisieren Demonstrationen und Flashmobs – für ein offenes und bun-
tes Lippe. Für dieses gesellschaftliche Engagementist die Detmolder Regionalgruppe der Initiative „Omas gegen Rechts“ nun mit
dem Felix-Fechenbach-Preis ausgezeichnet worden. „Toleranz, der Kampf gegen Hass und Hetze, das Einstehen für ein friedliches Miteinander – das
sind Werte, die Felix Fechenbach ausgezeichnet haben, und
das sind Werte, die unsere Preisträger auszeichnen“, erklärte Dr.
Dennis Maelzer, Geschäftsführer der Felix-Fechenbach-Stif-
tung, bei der Preisverleihung im gleichnamigen Detmolder Be-
rufskolleg. Alle zwei Jahre vergibt die Stiftung, die das Andenken an den
1933 von Nazis ermordetenStreiter für Demokratie fördert,
den mit 750 Euro dotierten Preis.
Brigitte van Aheen nahm diesen dankend und stellvertre-
tend für alle Detmolder „Omas gegen Rechts“ entgegen. Die Se-
niorin erinnerte sich in ihrer Rede an ihren Reha-Aufenthalt vor
vier Jahren in Mecklenburg-Vorpommern. Dort habe sie eine
für sie verstörende Erfahrung gemacht. „Selten habe ich so viele
rechtslastige und teilweise rechtsextreme Äußerung ge-
hört, wie in diesen Wochen.“ Bei einer Rechercheim Internet stieß
sie dann auf die auf Facebook gegründete Initiative „Omas gegen
Rechts“. „Da fühlte ich mich sofort angesprochen.“ Zurück in
Detmold begeisterte sie auch andere Frauen von dieser Initiati-
ve – die Detmolder Regionalgruppe, der mittlerweile 58 Frau-
en angehören, war geboren.
„Die ’Omas gegen Rechts’ haben es sich zur Aufgabe ge-
macht, unsere Demokratie und unsere Rechtsstaatlichkeit, die
Vielfalt der Kulturen, die Toleranz und das respektvolle Mit-
einander zu schützen. Sie widersetzen sich allen Formen von
rechtspopulistischenund rechtsextremen Strömungen in unse-
rem Land“, sagte Ellen Stock, Vorsitzende der Felix-Fechen-
bach-Stiftung, in ihrer Laudatio. Um auch mit jungen Menschen
ins Gespräch zu kommen, sei die Regionalgruppezudemregelmä-
ßiginSchulenzuGast.Großmütter hätten traditionell einen ho-
hen Stellenwert und seien ein moralischer Kompass, daher ha-
be die Initiative eine große Tragkraft, ist sich Ellen Stock sicher.
Die Festrede hielt Professor Matitjahu Kellig, Vorsitzender
der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold und Vorsitzen-
der des Vereins Toleranz-Tunnel. Er berichtete von der für
nächstes Jahr geplanten Wanderausstellung als Plädoyer für
ein friedliches Miteinander.
„Unser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Men-
schen die fundamentale Bedeutung von Toleranz und Respekt
in mobilen Ausstellungen nahe zu bringen“, erklärte Kellig. Die
Ausstellung, die für verschiedene Formen von Rassismus, Dis-
kriminierung und Antisemitismus sensibilisiert, wird Ende
April nächsten Jahres eröffnet und geht bundesweit auf Tour
(www.toleranz-tunnel.org).
Auch das Felix-Fechenbach-Berufskolleg hat für das kom-
mende Jahr, ebenso wie die Stiftung, einige Aktionen geplant,
um an den 90. Todestag von Felix Fechenbach zu erinnern.
Dann werden sicher auch die „Omas gegen Rechts“ wieder da-
bei sein, die den Großteil ihres Preisgeldes dem Haus der Kir-
che, das in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung und der Lip-
pischen Landeskirche ein Begegnungscafé für ukrainische
Geflüchtete gegründet hat, spenden möchten.
Kontakt zur Autorin:
mweisse@lmh-giesdorf.de