In Augsburg sitzen seit März dieses Jahres wir, die OMAS GEGEN RECHTS Augsburg, in der Stadt. Wir nehmen unsere Stricknadeln zur Hand und stricken gemeinsam an einem ungewöhnlichen Zeichen: einer roten Linie. Masche für Masche wächst sie und wird zu einem sichtbaren Symbol dafür, dass es Momente gibt, in denen wir klare Position beziehen muss. Eine rote Linie entsteht dort, wo Menschen nicht länger schweigen wollen.
Wir Augsburger-OMAS GEGEN RECHTS wollen mit den Menschenins Gespräch kommen. Während wir, meist zu zweit stricken, sprechen wir mit Passantinnen und Passanten, hören zu, diskutieren und erklären, warum demokratische Werte, Menschenwürde, Frauenrechte und ein respektvolles Miteinander nicht verhandelbar sind.
Die roten Fäden verbinden dabei Handwerk und Haltung: Was zunächst nach einer ruhigen, alltäglichen Beschäftigung aussieht, wird in der Öffentlichkeit zu einer deutlichen politischen Botschaft. Denn die rote Linie steht für eine Grenze, für den Punkt, an dem Wegsehen keine Option mehr ist. Sie erinnert daran, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist und davon lebt, dass Menschen ihre Stimme erheben – auf der Straße, im Gespräch und im Alltag. Gerade das Stricken macht unsere Aktion besonders: Es ist langsam, geduldig und gemeinschaftlich. Jede Masche braucht die nächste, und aus vielen einzelnen Fäden entsteht etwas Größeres. Genauso funktioniert gesellschaftlicher Zusammenhalt.
Wir setzten in Augsburg so an 15 Orten ein Zeichen. Unsere Botschaft lautet: Haltung kann viele Formen haben, aber keinen antidemokratischen Inhalt. Manchmal beginnt Haltung leise – mit zwei Stricknadeln, einem roten Faden und der Bereitschaft, miteinander ins Gespräch zu kommen. Und manchmal muss die rote Linie einfach klar erkennbar sein. Kontakt omasgegenrechts-augsburg@gmx.de



