Die Omas gegen Rechts Deutschland hatten – noch vor bekannt war, dass diesen Monat ein neuer Bundestag gewählt wird, den 8. Februar als bundesweiten Demonstrationstag ausgerufen. Hunderttausende folgten diesem Aufruf. Neben München, Hannover, Konstanz sind auch in Stuttgart viele viele Menschen zusammenkommen.
Das Datum stand fest, die einzelnen Gruppen haben überlegt was man machen könnte, schließlich war klar: Gemeinsam sind wir stärker! Und so war es schnell klar, dass wir Tübingerinnen – als Teil der Regiogruppe Südwest – uns dem Angebot unserer Stuttgarter Omas gegen Rechts Gruppe anschließen. Deren Idee: eine Lichterkette durch Stuttgart vom Rathaus am Marktplatz, vorbei am Hotel Silber, dem ehemaligen Hauptquartier der Geheimen Staatspolizei, das heutzutage ein Erinnerungsort ist, rüber zum Alten Schloss, wo die Stauffenberg-Erinnerungsstätte untergebracht ist und das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus, dann weiter Neues Schloss, Württembergischen Kunstverein und dann schließlich zum Schicksalsbrunnen bei der Staatsoper.
Über diese ganze Länge, immerhin 1,2 Kilometer, sollten Menschen mit Lichtern stehen, um für die Demokratie ein Zeichen zu setzen. Klar, dass es bei den Organisator:innen, die Unterstützung vom Stuttgarter Bündnis für Demokratie bekommen haben, schon ein leichtes Bauchziehen gab, ob denn so viele Menschen dem Aufruf folgen würden, um die Kette zu bilden.
Um halb fünf war der Marktplatz noch locker gefüllt, um fünf, zu Beginn der Demonstration, war er dann fast schwarz vor Menschen, und als wir, die Tübinger Gruppe losliefen, um an unseren ursprünglich ausgemachten Zielpunkt am Hotel Silber zu gehen, da drängten sich die Menschen. Und sie standen einer neben der anderen mit Kerzen, Leuchtketten, Taschenlampen; mit Plakaten, in Kostümen, mit Kinderwägen. Wir kamen zum Hotel Silber, alles voll, wir liefen weiter zum Alten Schloss, vorbei an einer langen geschlossenen Kette, das Alte Schloss, illuminiert von den Kerzen der Demonstrierenden, weiter immer weiter, schließlich war eine Lücke hinter dem Württembergischen Kunstverein. Hier stellten wir uns auf.
Und es ging weiter und weiter. Weit hinaus eigentlich über den Schicksalsbrunnen. Die Menschen, jung und alt, strömten an uns vorbei. Friedlich, angestoßen von einer Idee. Gänsehautstimmung. Beim Schicksalsbrunnen dann bildete sich eine Menge und machten Licht für die Demokratie, für die Vielfalt.



