Gemeinsames Gedenken in Neu Isenburg

In Neu-Isenburg sind 26 Stolpersteine an 10 Orten verlegt sowie eine Stolperschwelle vor dem Bertha Pappenheim-Haus.

Viele der in Neu-Isenburg lebenden Opfer des Nationalsozialismus sind in den Vernichtungslagern ermordet worden, einige wurden vertrieben, manchen gelang in letzter Minute die Flucht. Das Schicksal vieler verfolgter Mitbürger konnte bisher noch nicht gesichert erforscht werden. Seit Jahren gedenken wir am 27. Januar den Opfern des Nationalsozialismus und treffen uns etwa eine Woche vorher, um die jeweiligen Stolpersteine zu putzen. Im Herbst werden sie alle von der Konfirmandengruppe der Johannesgemeinde gereinigt, aber sie verschmutzen recht schnell. Inzwischen nehmen wir auch hier unsere OMA-Schilder mit, um mit Passanten ins Gespräch zu kommen.

Am Tag selbst legen wir an verschiedenen Stolpersteinen Rosen nieder – als Zeichen der Erinnerung und Würdigung. Wir planen Jahr für Jahr immer andere Runden, damit wir an vielen Orten sein können. Wir nehmen uns Zeit und lesen an den Stolpersteinen aus der Broschüre des GHK (Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur) über die Schicksale der damaligen Bewohner vor oder geben sie in eigenen Worten wieder.

Seit drei Jahren werden wir von einer Schulklasse der Brüder-Grimm-Gesamtschule begleitet und seit zwei Jahren übernehmen SchülerInnen das Vorlesen an bestimmten Steinen. Hier haben sich schon sehr gute Gespräche entwickelt oder auch berührende Momente ergeben, wenn z.B. Schüler aus ihrer persönlichen Perspektive spontan ihre Betroffenheit äußern.

Wichtig ist uns dabei auch, dass unsere Aktionen in Neu Isenburg sichtbar/öffentlich sind. Denn nur durch sichtbare Aktionen kann man zum nachdenken und inne halten anregen.

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