Nach der Bundestagswahl mussten die „Omas und Opas gegen Rechts“ in Hof erstmal wieder Kraft schöpfen. Deshalb überlegten wir, wie wir ressourcenschonend auf den Internationalen Tag gegen Rassismus aufmerksam machen könnten. Vor Monaten hatten wir an einer kostenlosen Onlinefortbildung von Herrn Nawroth, – er führt eine Kommunikationsberatung -, teilgenommen. Begeistert haben wir ab und zu eine seiner alternativen Ideen für NGO´s ausprobiert, die in der Öffentlichkeit gut ankamen. Anstatt also einen Infostand oder Mahnwache zum Tag gegen Rassismus zu organisieren, meldeten wir bei der Stadt einen Fussgängerampel-Lauf an. Wir wollten mit 10-12 Aktivist*innen und 4 Bannern zu dem Thema „Rassismus“ und „Herz statt Hass“ eine Stunde lang im Kreis bei grün über die Ampel laufen. Bei den zuständigen Stellen bei Stadt und Polizei gab es erst die Aussage: „So etwas hatten wir noch nicht!“ Letztendlich gab es grünes Licht für unsere Aktion. Im Gegenteil war man froh, dass nichts abgesperrt werden musste. Wir wollten wie jeder Fußgänger, während der grünen Ampelphase die Kreuzung mit Bannern queren. Am Anfang mussten wir doch sehr auf die verschiedene zeitliche Länge der Ampelphasen achten. Dann cruisten wir uns alle gut ein. Die 12 Aktivist*innen mit den auffälligen Westen und 4 Bannern liefen eine Stunde bei strahlenden Sonnenschein versetzt im Kreis. Viele Daumen hoch aus Autos heraus und aufmunternde Worte von Fussgänger*innen wie „Tolle Aktion“, „Omas und Opas sind die Besten“ bestätigten uns und ließen die 2 negativen Bemerkungen schnell vergessen. In der nachfolgenden Reflexion stellten wir fest, dass wir in dieser kurzen Zeit doch viel Aufmerksamkeit durch die Fussgänger, vor allem aber durch den Autoverkehr bekommen haben. Unsere Banner waren einfach nicht zu übersehen. Herzlichen Dank auch den anwesenden beobachtenden Polizisten. Schön, dass es sie gibt!

