(Ir-) Relevant – so ist der Semesterschwerpunkt der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) im Wintersemester 2024/2025 überschrieben. Die Studierenden wollen dabei den Blick auf besonders relevante Fragestellungen lenken. Unter anderem steht auf dem Plan der Kampf gegen Rechtsextremismus. Dazu hatte das verantwortliche Team die Omas gegen Rechts Tübingen angefragt.
Drei Omas und ein Opa kamen bei der thematischen Abendveranstaltung mit rund 50 Studierenden ins Gespräch. Warum engagieren wir uns bei den Omas gegen Rechts – diese Frage ist schnell beantwortet: weil wir uns für die Demokratie stark machen und gegen Diskriminierung von Menschen angehen. Danach kommen die Fragen, die wir alle nicht leicht beantworten können: Was soll man vom AfD-Verbot halten – 30 Prozent und mehr wählen mancherorts diese Partei. Werden sie dann scheinbaren Märtyrern nachtrauern oder werden sie sich radikalisieren, und was für Konsequenzen hat es, wenn man nicht gegen die teilweise als gesichert rechtsradikale Gruppierung eingestuft wird. Wird man durch Nichtstun selbst zum Mitläufer?
Fragen um Fragen kommen von den jungen Leuten, die alle sehr gut informiert sind. Es wird klar, dass ihr Vertrauen in die Politiker ins Wanken geraten ist. „Fünf Jahre sind wir für Fridays for Future auf die Straße gegangen, aber jetzt ist die Energie verpufft“ – nur eine Äußerung, die an diesem Abend im Raum steht. Und es erschüttert einen, wenn eine junge Frau aus der Gegend von Leipzig sagt „Mein Freund und ich, wir haben viel darüber gesprochen, ob wir überhaupt wieder zurück gehen, aber was dann?“
Schnelle Antworten findet an diesem Abend niemand, aber wir kommen alle – Jung und Alt – überein, dass das Wichtigste ist, sich für die Demokratie stets einzusetzen und das Ich hinter das Wir zu stellen. Ein gelungener Abend, an dem noch nach lange in kleinen Gruppen weiterdiskutiert wurde und der viele Anstöße gegeben hat.



