Wenn Demokratie (im Roman) auf dem Prüfstand steht

Forchheim, 25.09.2026. Kurz vor 19 Uhr ist der Veranstaltungsraum der VR-Bank voll. Zu voll: Wer jetzt noch kommt, muss zum Bedauern der Einladenden draußen bleiben. Das Interesse gilt dem Schriftsteller, Juristen und Bürgerrechtler Bijan Moini und seinem Roman „2033“ – einer Dystopie, die an diesem Abend erstaunlich nah an der Gegenwart wirkt.

Gastgebende waren die OMAS GEGEN RECHTS Forchheim, Bunt statt Braun e. V. und das Eggolsheimer Bündnis für Vielfalt, Toleranz und Respekt. Moini erzählt von einem Deutschland im Jahr 2033. Die rechtsextreme Partei AUFSTAND ist an der Regierung. Im Zentrum steht die junge Anwältin Marie Wigand, die in einen Strafprozess gerät, dessen Folgen weit über den konkreten Fall hinausreichen: „2033“ stellt die Frage: Wie verändert sich eine Demokratie, wenn ihre Sicherungen Schritt für Schritt ins Wanken geraten?

Moini liest ruhig, konzentriert, fast warm. Gerade das macht die Szenen beklemmend. „2033“ erzählt keine ferne Science-Fiction, sondern eine mögliche politische Verschiebung – Schritt für Schritt.

Im anschließenden Gespräch geht es zunächst um die Entstehung des Romans und Moinis Arbeit als Jurist und Bürgerrechtler. Dann rückt die Gegenwart ins Zentrum. Moini berichtet über seine Arbeit als Projektleiter des Gutachtens der Gesellschaft für Freiheitsrechte zur Frage, ob die AfD und ihre politischen Forderungen mit dem Grundgesetz vereinbar sind.

Dabei betont Moini: Das Gutachten ist kein Antrag auf ein Parteiverbot. Es ist eine rechtliche Analyse – und damit ein Beitrag zu einer Debatte, die längst nicht mehr nur juristisch geführt wird. Auch der Vergleich mit der verbotenen NPD und die Radikalisierung einzelner Positionen der AfD werden diskutiert.

Die Publikumsfragen führen schließlich zurück zum Kern des Abends: Wie wehrhaft muss eine Demokratie sein? Und wann muss sie ihre eigenen Regeln verteidigen? „2033“ ist keine Prophezeiung. Der Roman ist ein Gedankenspiel über die Möglichkeit, dass demokratische Sicherungen nicht auf einmal verschwinden, sondern Stück für Stück.

Am Ende der Veranstaltung bleibt deshalb mehr als die Frage, wie Moinis erfundenes Deutschland im Jahr 2033 aussehen könnte. Es bleibt die Frage, wie eine Demokratie ihre eigenen Regeln schützen kann, wenn sie selbst unter Druck gerät. afd-gutachten.de/

Fotos: davidhartfiel.de/

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