Roswitha:
Gleich mehrere Anlässe führten zu einer Solidaritätsveranstaltung auf dem Platz „Auf der Idar“ in Idar-Oberstein. Auf Initiative von OMAS GEGEN RECHTS organisierten das Demokratische Bündnis Hunsrück-Hochwald und die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen unter dem Motto „Wir sind mehr“ eine Kundgebung für ein solidarisches Miteinander in der Pandemie. „Wir gedachten der Corona-Opfer und schlossen zugleich das Gedenken an die Opfer des russischen Angriffs auf die Ukraine mit ein“, berichten die InitiatorInnen.
Alexandra Richter (AsF) und Astrid Ruppenthal (Bündnis 90/Die Grünen) hoben in Hinblick auf den Internationalen Frauentag hervor, dass die Kluft zwischen männlichen und weiblichen Lebenswelten in Krisenzeiten größer wird, und mühsam erkämpfte Fortschritte in der Gleichstellung von Männern und Frauen gefährdet sind. Lea Reedy (AsF) sprach über ihre Erfahrung, zweimal in der Pandemie Mutter geworden zu sein. Sie kam zu dem Schluss, jetzt ihre Belastungen relativieren zu müssen: „Meine Kinder sind nicht im Luftschutzbunker oder auf der Flucht geboren.“ Zugleich brachte sie ihre Befürchtung zum Ausdruck, dass der Krieg in der Ukraine die rechte Szene stützt. Dass diese bereits Aufwind durch demokratiefeindliche rechte Montagsspaziergänger bekommt, wurde von Roswitha Klee-Emmerich (OMAS GEGEN RECHTS) angeführt. Joe Weingarten, SPD-Bundestagsabgeordneter, begrüßte das starke Signal gegen rechts, das von der Veranstaltung ausging. Er sei sich sicher, dass man mit diesen Positionen für die große Mehrheit in der Bevölkerung stehe. Auch Oberbürgermeister Frank Frühauf dankte und verurteilte wie alle RednerInnen den Angriff Russlands aufs Schärfste. Monja Roepke (Bündnis 90/Die Grünen) rief dazu auf, laut für Freundschaft und Frieden einzutreten „Es müssen jetzt die richtigen Menschen wieder miteinander reden.“ Davon, wie Frieden wiederhergestellt werden kann, konnte Gerlinde Wittko-Sckär berichten, sie war bereits in den 1980er Jahren Friedensaktivistin. Am Ende kam Eduard Erken (Bündnis 90/Die Grünen) als Arzt auf die pandemiebedingte Lage im Gesundheitswesen zu sprechen und machte die hohe Belastung für die Beschäftigten deutlich. Hier stellt man sich jetzt auf eine neue Herausforderung ein: die gute Versorgung von Flüchtlingen aus der Ukraine. Alle Akteure waren sich einig, dass Respekt, Toleranz und Solidarität die besten Voraussetzungen sind, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen.