Angelika S.:
Sabine Henze von den OMAS GEGEN RECHTS hatte zu einer Kundgebung am 31.10.22 vor dem Rathaus in Mechernich (Kreis Euskirchen, NRW) aufgerufen. In ihrem Flugblatt mit dem Titel „Sind ‚Montagsspaziergänge‘ wirklich so harmlos?“ hatte sie gewarnt: „‚Spaziergänge‘ sind nicht eine Art der Freizeitgestaltung, sondern verdeckte politische Demonstrationen, die von rechtsextremen Organisationen gesteuert und beworben werden. … Es geht ihnen um die Zersetzung, Destabilisierung und schließlich auch Beseitigung unserer parlamentarischen Demokratie.“ Sie rief dazu auf: „Verhindern wir gemeinsam, dass Mechernich zum Zentrum rechtsextremen Wirkens wird… Wir appellieren an alle demokratischen Repräsentanten und Organisationen der Stadt, klar zum Ausdruck zu bringen, dass Spaziergänge in Mechernich nicht erwünscht sind.“ Als Reaktion auf das Flugblatt erhielt sie schon an den Tagen vor der Kundgebung u.a. zwei unverschämte anonyme Briefe mit Beleidigungen und Beschimpfungen, gespickt mit den bekannten Lügen und Verschwörungstheorien zu Corona, wie wir sie aus der Querdenkerszene kennen. Spaziergänge finden in Mechernich seit langem immer noch jeden Montag statt. Unter den Teilnehmern befinden sich u.a. AfDler, Reichsbürger und Anhänger des III. Weges. Am 11. Juli 22 wurde hier eine Journalistin, die über die Spaziergänge berichtet, von einem „Spaziergänger“ und Coronaleugner in ihrem Auto tätlich angegriffen. Gegen den Mann wurde Anzeige erstattet. Die Kundgebung am 31.10. war sehr erfolgreich. Mehr als 80 Personen nahmen teil. Außer den OMAS GEGEN RECHTS , auch Stadtratsmitglieder von SPD, Die Linke und den Grünen sowie der Kölner SPD-Landtagsabgeordnete Jochen Ott. Das Ergebnis der öffentlichen Diskussion war, dass der Vorschlag der OMAS GEGEN RECHTS, einen Gesprächskreis mit allen demokratischen Kräften vor Ort zu bilden, am gleichen Abend aufgegriffen wurde. Interessenten, die mitmachen wollen, trugen sich dazu am Ende der Veranstaltung sofort in eine Liste ein. Das gibt Hoffnung. Denn je mehr Menschen aktiv werden, desto besser sind die Chancen unsere Demokratie zu erhalten.